Ganztagsschule und Arbeitsbelastung

Ganztag bedeutet, dass an drei bis vier Tagen in der Woche Nachmittagsunterricht stattfindet, in der Regel bis zur 9. Stunde, meist in Form von AGs, zum Teil aber auch als Fachunterricht. Die Konzentration nimmt ab, die Widerstände bei den Schüler/innen zu. Einigen Gesamtschulen gelingt es durch eine angemessene Unterrichtsorganisation, Belastungen für die Kollegium  abzufedern.

Der Ganztag ist das Kernstück der Gesamtschule. Für die Kolleginnen und Kollegen an Gesamtschulen ist der Ganztag eine ständige Herausforderung.

Durch die Länge des Unterrichtstages enthalten die Stundenpläne der Kolleginnen und Kollegen viele Freistunden, die an fast allen Gesamtschulen nicht sinnvoll genutzt werden können, weil Arbeitsplätze fehlen.

An manchen Schulen ist Freitagmittag Schluss. Andere haben nur den Dienstagnachmittag unterrichtsfrei. Dieser wird jedoch zu Konferenzen und Dienstbesprechungen genutzt, insbesondere wenn die Schulleitung keine bessere Lösung vorsieht.

So liegen viele zusätzliche Schultermine in den Abendstunden und die  Unterrichtsvorbereitungen verschieben sich in die Nacht. Darunter leidet nicht nur die Qualität von Schule.

Auch die Familie leidet! Kolleginnen und Kollegen gehen in Teilzeit, um die Problematik der Doppelbelastung von Beruf und Familie zu lösen. Das funktioniert nur dann, wenn Teilzeitbeschäftigte anteilmäßig von allgemeinen Aufgaben wie der Teilnahme an Konferenzen, Dienstbesprechungen, Klassenfahrten etc. freigestellt werden. Einige Orga-Leitungen achten bei der Stundenplangestaltung darauf, dass die Verweildauer an der Schule reduziert wird und die Beschäftigten einen freien Nachmittag erhalten. Es ist Aufgabe der Lehrerkonferenz, entsprechende Beschlüsse herzustellen!